Cho Oyu Basecamp (ABC), Tibet, den 27. September 2005
Online-Tagebuch der AMICAL alpin Cho Oyu Nachmonsun Expedition 2005
Am 26.09. erreichen zwischen 8:30 Uhr und 10:00 Uhr bei bestem Wetter Michael, Hansjörg, die beiden Günther, Heinz sowie der Bergführer Dirk und der Sherpa Tshuldim den Gipfel.
Bis auf Heinz, der ab Lager 3 Sauerstoff einer anderen Gruppe zu Hilfe nahm, erreichten alle Mitglieder der Expedition den Gipfel ohne künstlichen Sauerstoff. Klaas stand um ca. 14:30 Uhr am höchsten Punkt. Die Gruppe, bis auf den Sherpa Pasang, der auf Klaas wartete, stieg nach dem Gipfel nach Lager 2 ab. Klaas kehrt gegen 18:30 Uhr ins Lager 3 (7500 m) zurueck, wo er die Nacht verbrachte. Dirk und Michael stiegen am Abend noch zu Lager 1 ab, um am nächsten Morgen dort alles zusammen zu packen.
Am 27.09. um 12:00 Uhr trafen sich alle in Lager 1 und stiegen gemeinsam ins Basislager ab.
Eberhard musste den Aufstieg leider überraschend bei ca. 7600 m abbrechen und stieg bereits am 26.09. ins BC ab.
Wir bedanken uns recht herzlich bei allen, die unser Abenteuer im web verfolgt haben und uns die Daumen gedrückt haben.
23.09.
Nachdem der Wetterbericht fuer den 25. und 26. gutes Wetter vorraussagt, starten wir heute zu Lager 1. Wir sind gut erholt und akklimatisiert, die 3 Ruhetage im Basislager haben allen gut getan.
Wir werden versuchen, auch bei der Gipfeletappe möglichst beieinander zu bleiben, um dadurch die Sicherheit und Motivation zu erhöhen. Wenn alles nach Plan verläuft werden wir am 27.09. wieder im BC zurück sein.
19.09.
Die ganze Nacht stürmte es heftig, teilweise schneite es leicht. Nach dem Frühstück steigen wir zu Lager 1 ab, wo wir uns ein ausgedehntes 2. Frühstueck genehmigen. Hier zeigen sich noch einmal die Spuren der ersten Nacht über 7000 m. Wir sind doch etwas erschöpft und freuen uns auf das Basecamp.
Die Generalprobe hat gut geklappt. Jetzt stehen erst mal 3 bis 4 Ruhetage auf dem Programm, um dann mit ganzen Kräften den Gipfel des Cho Oyu in Angriff zu nehmen. Wenn der Wetterbericht, den wir täglich aus dem Büro von AMICAL alpin erhalten, es zulässt ist der 26.09. unser Gipfeltag.
18.09.
Früh brechen wir heute auf, denn der Weg zu Lager 2 ist steil und ab 8:30 Uhr in der Sonne. Um 4 Uhr klingelt der Wecker und wir werfen die Kocher an. Mit Müsli, Kaffee und Tee bereiten wir uns auf die knapp 750 Höhenmeter vor. Pünktlich um 6 Uhr starten wir und nehmen den steilen, teils versicherten Firngrat unter die Steigeisen. Am Steilaufschwung verbessern wir nochmals die Absicherung, danach erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen. Nach einem weiteren anstrengenden Steilhang erreichen wir das obere Gletscherplateau, wo sich das Lager 2 befindet. Das Wetter hat sich inzwischen etwas verschlechtert und es weht ein starker Wind, dazu schneit es leicht. Deshalb flüchten wir sofort in die Zelte, die unsere Sherpas Tshuldim und Pasang tags zuvor schon aufgebaut hatten. Abweichend zu einigen Angaben liegt Lager 2 auf mind. 7100 m Hoehe (GPS), das machte sich auch in der Nacht bemerkbar.
17.09.
Heute sind wir alle bei gutem Wetter zu Lager 1 aufgestiegen. Da wir nun schon zum 4.Mal diese Strecke zurücklegen ist es schon fast ein Heimspiel. Benötigten wir am Anfang für diese Strecke noch über 4 Std., schaffen es einige aus der Gruppe jetzt in 3 Std. Den Nachmittag verbringen wir mit Kochen und Essen. Da unsere Zelte auf einem kleinen Felssporn über dem restlichen Lager 1 liegen, beobachten wir entspannt in der Sonnen sitzend das Lagerleben.
15.09.
Nach einer stürmischen Nacht steigen Günther und Günther, Hansjörg und Klaas ab ins BC und wir freuen uns auf ein gemeinsames Frühstück. Die Nacht war kalt und stürmisch mit etwas Neuschnee. In 2 Tagen planen wir den Aufstieg und Übernachtung in Lager 2. Zwischenzeitlich werden unsere Sherpas Tschuldim und Pasang Material für Lager 3 auf Lager 2 hochtragen.
14.09.
Um ca. 7:30 starten wir Richtung Lager 2. Zur Versicherung der steileren Passagen nehmen wir 200 m Seil und einige Firnanker und Eisschrauben mit.
Der Himmel ist bewölkt, jedoch kommt die Sonne immer wieder leicht durch die dünne Wolkenschicht und es wird unangenehm drückend warm. Wir überwinden den Steilaufschwung auf ca. 6700 m und gehen noch bis ca. 6900 m weiter. Da die Sicht gleich Null ist, drehen wir um und versichern den Steilaufschwung zum Teil neu. Mittags erreichen wir wieder Lager 1. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend und Wind kommt auf. Guenther P., Guenther H., Hansjoerg und Klaas wollen wegen der Akklimatisation noch eine Nacht auf Lager 1 verbringen und am kommenden Morgen absteigen. Dirk, Michael und Eberhard steigen nach einer kräftigen Brotzeit weiter ab ins BC. Heinz war schon am frühen Vormittag alleine umgedreht und ins BC abgestiegen.
13.09.
Heute sind wir alle mit schwerem Gepaeck zu Lager1 aufgestiegen. Zum dritten Mal bewaeltigen wir nun diese Strecke und trotz der schweren Rucksäcke fällt es uns diesmal leichter als die vorherigen Male, ein Zeichen, dass wir uns gut an die Höhe angepasst haben. Gegen Mittag erreichen wir unser
Lager und richten uns dort gemüetlich ein. Den Nachmittag verbringen wir mit Schneeschmelzen und Essen.Die Nacht verläuft gut, keiner hat Hoehenprobleme.
11.09.
Heute sind alle Teilnehmer zum Lager 1 aufgestiegen und haben Lebensmittel, Kocher und persönliche Ausrüstung dort deponiert. Nach einem weiteren Ruhetag ist für übermorgen die erste Übernachtung auf Lager 1 und dann der weitere Aufstieg zu Lager 2 (ca. 7000 m) geplant. Bis jetzt sind alle gesund und die Stimmung im Team ist ausgezeichnet. Das Wetter ist im Moment sehr wechselhaft, morgens Sonne, nachmittags und nachts leichter Schneefall.
9.9.
Heute ist der perfekte Tag fuer die Puja Zeremonie. Der Himmel ist strahlend blau und keine Wolke verhaengt den Gipfel. Nach Beendigung der Zeremonie, die unser Hochträger Tschuldim Sherpa routiniert zelebrierte, steigen Heinz, Guenther H. und Michael noch bis zum Killerhang auf 6000 m auf. Der Rest der Mannschaft ist mit Duschen, Waschen, Essen und Lesen beschäftigt. Langsam fuellt sich das BC, es sind noch einige andere kleinere und größere Expeditionen eingetroffen und wir sind froh, Dank unserer rechtzeitigen Ankunft einen der besten Plaetze ergattert zu haben.
8.9.
Nach 3 Naechten im BC (5700 m) sind fast alle Expeditionsteilnehmer soweit akklimatisiert, dass Hansjoerg, Guenther P., Eberhard und Klaas gemeinsam mit Dirk ins Lager 1 (6400 m) aufsteigen können. Heinz, Guenther H. und Michael legen noch einen Rasttag ein. Die Hochträger Tschuldim Sherpa und Pasang Sherpa hatten tags zuvor schon drei Zelte aufgestellt, so dass Fixseile, Gaskartuschen und Kletterausruesstung deponiert werden konnten. Nach einer Stunde Aufenthalt im 1. Hochlager und einer kräftigen Brotzeit war die Crew wieder rechtzeitig zu Kaffee und Kuchen im BC.
6.9.
Die AMICAL alpin Nachmonsun Expedition 2005 hat planmaessig am 05. September das Basislager auf 5700 m erreicht und die Teilnehmer werden sich die naechsten 2 -3 Tage dort akklimatisieren. Das Lager wurde heute komplett eigerichtet und neben 2 Mess- und Aufenthaltszelten mit Solarbeleuchtung steht auch eine Dusche zur Verfügung.
Die täglichen Puls- und O2- Messeungen dokumentieren, dass sich alle anwesenden Bergsteiger gut an die erreichte Höhe angepasst haben.
Leider zeigten sich bei Stefan beim Anmarsch vom Chinese Basecamp(4960 m) zum ABC leichte Symthome einer Höhenkrankheit und er ist deshalb nach Kathmandu zurückgekehrt. Diese Nachricht wurde von der ganzen Gruppe mit grossem Bedauern aufgenommen, und wir moechten Stefan auf diesem Wege herzlich gruessen und wuenschen ihm alles Gute!