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Warum das Abenteuer beim Städtetrip den Ort gewechselt hat

Das Abenteuer ist nicht kleiner geworden, es hat den Ort gewechselt. Wer vier Tage in einer fremden Stadt zu Fuß und mit dem Nahverkehr bewältigt, legt mehr Strecke zurück als auf mancher Wochenendtour, und zahlt dafür weniger. Die Zahlen dahinter sind inzwischen so klar, dass sie eine eigene Reiselogik ergeben.

Was ändert das Deutschlandticket an der Anreise?

Seit Januar 2026 kostet das Deutschlandticket 63 Euro im Monat und deckt den gesamten Regional- und Nahverkehr in ganz Deutschland ab. Ausdrücklich nicht enthalten sind ICE, IC und EC, private Anbieter wie FlixTrain und FlixBus sowie die erste Klasse. Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen es.

Das verändert die Anreise mehr als die Vorsätze. Wer mit dem Nahverkehr anreist, kalkuliert eine längere und weniger flexible Fahrt und wird das Zimmer deshalb eher jetzt buchen, statt die Entscheidung auf den Bahnsteig zu vertagen, weil sich die Ankunftszeit im Regionalverkehr nicht beliebig verschieben lässt. Der Vorlauf ist kein Verlust an Spontaneität, sondern der Preis dafür, dass der erste Abend nicht in der Zimmersuche endet.

Was die Anreise kostet, in Gramm und in Euro

Das Umweltbundesamt rechnet für das Bezugsjahr 2023 mit 164 Gramm Treibhausgasen pro Personenkilometer im durchschnittlich besetzten Pkw. Ein Nahverkehrsbus liegt bei 92 Gramm, ein Regionalzug bei 49 Gramm. Der Verkehr verursacht rund 20 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.

Der Faktor drei zwischen Auto und Regionalzug ist die Zahl, die eine Anreise entscheidet, nicht die Gesinnung.

Interessanter ist die zweite Rechnung derselben Behörde. Ein Fahrzeug der Golf-Klasse kostet inklusive aller Fixkosten 53 bis 89 Cent pro Kilometer, bei rund 15.000 Kilometern im Jahr also 660 bis 1.100 Euro im Monat. Dagegen stehen 63 Euro für das Deutschlandticket. Der Vergleich taugt allerdings nicht für eine einzelne Reise, er beantwortet die Frage, wie viel Auto ein Haushalt überhaupt braucht. Wer diese Gegenüberstellung von Bahn, Bus und Pkw einmal für sein eigenes Nutzungsprofil durchrechnet, kommt selten zum bisherigen Ergebnis zurück.

In der Innenstadt ist das Auto langsamer als das Rad

In der Innenstadt ist das Auto langsamer als das Rad

Münster liefert das Argument für die Standortwahl in Reinform. Nach der städtischen Mobilitätsbefragung von 2022 werden dort 47 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt, 94,4 Prozent der Haushalte besitzen mindestens ein Fahrrad, im Schnitt stehen 2,5 Räder pro Haushalt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge liegt bei knapp 30 Kilometern pro Stunde.

Das ist die eigentliche Auskunft: In einer kompakten Innenstadt ist das Auto langsamer als das Rad, und der Fußweg ist konkurrenzfähig zu beidem. Eine Unterkunft am Stadtrand mit Parkplatz verschiebt also nicht nur Kosten, sie verlängert jede einzelne Etappe des Tages um zwei Fahrten.

Wer die Anreise auf den Nahverkehr umstellt, sollte die Unterkunft konsequenterweise nach zwei Kriterien wählen: Entfernung zum Hauptbahnhof in Gehminuten, und Entfernung zum ersten Ziel des nächsten Morgens. Alles andere ist Ausstattung, nicht Logistik.

Vier Tage ohne Auto, konkret gerechnet

Die ehrliche Bilanz eines solchen Städtetrips steht nicht in der Ökobilanz, sondern im Tagesablauf. Vier Tage ohne Auto bedeuten mehr Umwege zu Fuß, mehr zufällige Entdeckungen und deutlich weniger Zeit auf Parkplatzsuche.

Der Verzicht kostet dabei weniger, als die Debatte suggeriert. Das Deutschlandticket ist monatlich kündbar, lässt sich also für eine einzelne Reisesaison buchen und danach beenden. In Münster werden 74 Prozent aller Wege im Umweltverbund zurückgelegt, also zu Fuß, mit dem Rad oder im öffentlichen Verkehr. Das prägt dort den Alltag einer ganzen Stadt.

Konkret prüfbar ist das vorab an einer einzigen Stelle: Rechnen Sie die geplante Anreise einmal in Personenkilometern und mit den Werten des Umweltbundesamts durch, und stellen Sie das Ergebnis den 63 Euro gegenüber, die ein Monat Nahverkehr kostet. Die Entscheidung fällt danach meist von selbst.

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