Norwegens Natur erkunden, spontan einen Stellplatz wählen und dicht am Fjord in den kommenden Tag starten: Das alles klingt nach Freiheit pur, die durch das norwegische Jedermannsrecht gedeckt zu sein scheint. Knackpunkt für Wohnmobilisten? Zwar ermöglicht die Regelung unter bestimmten Voraussetzungen den Aufenthalt in der Natur, trotzdem darf man das Fahrzeug nicht überall zum Übernachten abstellen. Vor allem an beliebten Küstenabschnitten und in geschützten Gebieten gelten Einschränkungen. Wer seinen Roadtrip vom Südwesten Norwegens bis zum Nordfjord entspannt angehen will, findet an der Küste und in der Fjordlandschaft glücklicherweise eine ganze Reihe an Campingplätzen.
Von Kristiansand entlang der Küste: Der Nordsjøvegen
Ein Großteil aller Norwegen-Touren startet in Kristiansand. Schon die Stadt selbst ist eine Erkundung wert, danach bietet sich eine abwechslungsreiche Fahrt entlang der norwegischen Südwestküste an. Der Nordsjøvegen führt über Flekkefjord und Egersund bis in die Region Stavanger und weiter Richtung Haugesund. Zwischen Flekkefjord und Egersund verläuft die Route auf der Straße 44. Unterwegs wechseln sich die weiten Strände von Jæren mit kleinen Küstenorten und eindrucksvollen Landschaften ab.
Damit unterwegs genügend Zeit für Ausflüge bleibt, sollte man die Übernachtungen entlang der Route vorausschauend planen. Ein passend gewählter Campingplatz in Norwegen ist dann ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen der südwestlichen Küste. Für den Besuch des Preikestolen am Lysefjord empfiehlt sich das Einrechnen einiger zusätzlicher Zeit und eines geeigneten Standorts in der Region Ryfylke. Für Ausflüge rund um Haugesund kommt beispielsweise Haraldshaugen Camping infrage.
Weiter zum Nordfjord: Naturerlebnisse rund um Loen

Wer seinen Roadtrip über den Südwesten hinaus verlängern möchte, erreicht mit Loen und Stryn ein reizvoll am Nordfjord gelegenes Gebiet. Vor allem in der hiesigen Berg- und Gletscherlandschaft finden sich zahlreiche Wanderrouten und Ausflugsziele. Doch Muße braucht Weile: Mehrere Übernachtungen geben genügend Zeit, das Lodalen zu erkunden und Aktivitäten rund um den Fjord einzuplanen.
Bei der Suche nach einem Campingplatz in Loen heißt es zeitlich allerdings auf Zack zu sein. Denn gerade in der touristischen Hauptsaison lockt die Region viele Menschen an, die natürlich alle irgendwo übernachten wollen. Dementsprechend gilt: Der frühe Vogel fängt den Stellplatz. Damit ist der Blick auf die Sehenswürdigkeiten bereits gesichert, von denen es hier einige zu entdecken gibt.
- Lovatnet und Lodalen: Der zwischen steilen Berghängen gelegene Lovatnet wird durch feinste, von Gletschern eingetragene Gesteinspartikel smaragdgrün gefärbt. Spaziergänge, Radtouren und Paddelausflüge werden hier zum unvergesslichen Erlebnis.
- Loen Skylift und Hoven: Innerhalb von wenigen Minuten fährt die Seilbahn auf den 1.011 Meter hohen Hoven. Schon die Fahrt selbst, vor allem aber der Gipfel, begeistert mit der Fernsicht auf umliegende Berggipfel. Nun gilt es nur noch, zwischen einer Wanderung über gut markierte Wege oder dem Verweilen im hier gelegenen Restaurant zu entscheiden.
- Via Ferrata Loen und Gjølmunnebrua: Der Klettersteig führt durch steiles Gelände mit Ausblicken auf den Fjord. Ein Höhepunkt ist die 120 Meter lange, eine tiefe Schlucht überspannende Gjølmunnebrua. Klettersteigset und Helm sind auf dieser Route obligatorisch; weniger erfahrene Klettersteiggeher sollten sich zudem für eine geführte Tour entscheiden.
Fazit beim Norwegen-Roadtrip mit dem Wohnmobil? Gut geplant ist halb gereist!
Damit die Reise absolut entspannt verläuft, lohnt es sich, vor dem Start auch noch an die drei folgenden Planungspunkte zu denken. Zum einen läuft die Abrechnung bei Maut und Fähren in Norwegen fast vollständig digital, weshalb sich eine Registrierung des Wohnmobils bei EPASS24 und AutoPASS vor der Abreise empfiehlt. So werden Straßenmaut und Inlandsfähren automatisch über das Kennzeichen abgerechnet, was Wartezeiten vor Ort und manuelle Zahlungen erspart.
Außerdem gilt das norwegische Allemannsretten primär für unmotorisierte Reisende, weshalb das Übernachten mit dem Wohnmobil abseits von Straßen und Campingplätzen in der freien Natur nicht gestattet ist. Für das echte, einsame Wildcamping-Gefühl in den Bergen leistet einem ein zusätzliches kompaktes Zelt jedoch gute Dienste. Denn steht das Fahrzeug auf einem offiziellen Parkplatz und geht es zu Fuß in die Natur weiter, steht einer legalen Nacht unter freiem Himmel nichts im Weg. Und mit dem Personalausweis oder Reisepass, dem Führer- und Fahrzeugschein und der grünen Versicherungskarte im Gepäck kann dann auch fast nichts mehr schiefgehen.
Also dann: God bobilferie i Norge!





