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Urlaubsfeeling im eigenen Garten: Wie ein Pool das Wohngefühl verändert

Der Trend zur sogenannten Staycation, also zu Urlaub in den eigenen vier Wänden, hat sich verstetigt. Laut einer Erhebung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) verbrachten 2023 rund 27 Prozent der Deutschen ihren Haupturlaub im Inland, ein spürbarer Teil davon zu Hause. Diese Verschiebung wirkt sich auch auf die Gestaltung der eigenen Häuser und Gärten aus. Wer nicht verreist, investiert in Ausstattung, die Erholung möglich macht. Ein Pool gilt bereits als eines der gefragtesten Elemente dieser neuen Wohnkultur.

Marktentwicklung und Zahlen aus der Branche

Der Bundesverband Schwimmbad und Wellness e.V. (bsw) beziffert den Bestand privater Pools in Deutschland auf über 900.000 Anlagen, davon rund 250.000 fest eingebaute Becken. Der jährliche Neubau von Einbaupools lag zuletzt bei etwa 20.000 Einheiten. Auffällig ist der Zuwachs im gehobenen Preissegment mit Ausstattungen wie Gegenstromanlage, Wärmepumpe und automatischer Abdeckung.

Eine Analyse des Immobilienportals ImmoScout24 aus dem Jahr 2022 zeigt, dass Objekte mit vorhandenem Pool im Median rund elf Prozent höhere Angebotspreise erzielen als vergleichbare Immobilien ohne Poolanlage. Der Effekt fällt regional unterschiedlich aus, ist im Süden Deutschlands aber am stärksten ausgeprägt.

Poolarten im Überblick und was sie kosten

Poolarten im Überblick und was sie kosten

Wer sich für einen Swimmingpool im eigenen Garten entscheidet, steht zunächst vor der Wahl zwischen mehreren Bauweisen. Aufstellpools aus Stahlrahmen oder Holz beginnen preislich bei etwa 300 Euro und eignen sich für Familien, die eine saisonale Lösung suchen. Stahlwandbecken zum Teil- oder Volleinbau liegen je nach Größe zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Fertigbecken aus Polypropylen oder GFK, die als Einstückkonstruktion angeliefert werden, kosten inklusive Einbau meist 25.000 bis 45.000 Euro. Individuell gemauerte oder betonierte Becken beginnen bei etwa 40.000 Euro und können bei aufwendiger Ausführung 100.000 Euro überschreiten.

Neben dem Beckenpreis entstehen laufende Kosten. Der Verband Privater Bauherren (VPB) veranschlagt für einen mittelgroßen Einbaupool mit rund 30 Kubikmetern Wasser jährliche Betriebskosten zwischen 800 und 1.800 Euro. Enthalten sind Strom für Umwälzpumpe und Heizung, Wasser, Chemikalien sowie Wartung.

Energieverbrauch und ökologische Aspekte

Der Stromverbrauch hängt maßgeblich von der Beheizung ab. Eine moderne Inverter-Wärmepumpe erreicht laut Herstellerangaben und Prüfungen des TÜV Rheinland Leistungszahlen (COP) zwischen 5 und 13, abhängig von der Außentemperatur. Für ein 32-Kubikmeter-Becken mit Saisonbetrieb von Mai bis September fallen damit rund 1.500 bis 2.500 Kilowattstunden Heizenergie pro Jahr an. Eine thermische Abdeckung, etwa eine Solarfolie oder ein Rollladen, reduziert den Wärmeverlust nach Angaben des bsw um bis zu 70 Prozent.

Die Wasserqualität wird in Deutschland für private Anlagen zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, orientiert sich in der Praxis aber an der DIN 19643, die für öffentliche Bäder gilt. Empfohlen werden pH-Werte zwischen 7,0 und 7,4 sowie ein freier Chlorgehalt zwischen 0,3 und 0,6 mg pro Liter. Alternativ setzen viele private Betreiber auf Salzelektrolyse oder UV-Desinfektion, die den Chemikalieneinsatz reduzieren.

Planung, Genehmigung und Wohnwert

Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, hängt vom Bundesland ab. In Bayern etwa sind Becken bis 100 Kubikmeter Fassungsvermögen im Außenbereich verfahrensfrei, in Nordrhein-Westfalen liegt die Grenze bei 50 Kubikmetern. Bebauungspläne, Abstandsflächen und Wasserschutzgebiete können zusätzliche Auflagen mit sich bringen. Ein Blick in die jeweilige Landesbauordnung vor Baubeginn spart spätere Nachbesserungen.

Ein durchdacht geplanter Pool verändert das Wohngefühl über den reinen Freizeitwert hinaus. Er verlagert den Lebensmittelpunkt in den Sommermonaten nach draußen, verlängert die nutzbare Wohnfläche und schafft einen Rückzugsort, der Reisen zumindest teilweise ersetzen kann. Wer die Anschaffung erwägt, sollte Größe, Bauweise und Ausstattung an den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten ausrichten. Ein zu groß dimensioniertes Becken verursacht dauerhaft hohe Kosten, ein zu kleines wird schnell als Kompromiss empfunden.

Fachbetriebe mit Zertifizierung nach den Richtlinien des bsw oder Mitgliedschaft im Bundesverband Schwimmbad und Wellness bieten eine belastbare Orientierung. Wer vor der Entscheidung mehrere Angebote einholt, Referenzobjekte besichtigt und die laufenden Kosten ehrlich kalkuliert, schafft die Grundlage für eine Investition, die den Wohnwert dauerhaft steigert.

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